Mehr Steinzeit für das AÖZA!

Zu den Planungen im Außengelände des Steinzeitparks Albersdorf


Im Rahmen des vom Land Schleswig-Holstein und dem Kreis Dithmarschen unterstützten Projektes „ARCHAEUM – Ausstellungs- und Bildungszentrum zur Archäologie und Umweltgeschichte der Westküste von Schleswig-Holstein“ sollen im Außengelände des Archäologisch-Ökologischen Zentrums Albersdorf (AÖZA) mehrere Bereiche zur Steigerung der Attraktivität, aber auch zur Erweiterung des pädagogischen Angebots neu gestaltet bzw. neu eingerichtet werden. Auf wissenschaftlicher Grundlage werden dabei in enger Zusammenarbeit mit dem Ökologie-Zentrum der Universität Kiel neue Stationen entstehen, die den Besuchern auf anschauliche, spannende und praktische Weise das Thema „Leben in der Steinzeit“ nahe bringen. Die im Außengelände neu zu präsentierenden Themen dienen dabei alle der Verbesserung der praktischen Möglichkeiten des Besuchers zur Wahrnehmung der Mensch-Umwelt-Beziehung in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Um was geht es dabei konkret?
- Der Bau von zwei neuen Steinzeithäusern nach den Vorbildern von Rastorf (Frühneolithikum) und Flintbek (Spätneolithikum), davon Nutzung eines Hauses als eingerichtetes Steinzeithaus (Flintbek) und eines als Übernachtungshaus für Gruppen und/oder Familien mit Kindern (Rastorf).
- Der Bau von 3 Info-Pavillons als ca. 4 x 4 m messende Hütten, die als sowohl Groß und Klein ansprechende Informationsplätze über die vor Ort sichtbaren Spuren der Landschaftsgeschichte als auch als für Picknickpausen nutzbare Wetterunterstände dienen sollen.
- Die Anlage von 25 Infosäulen, die jeweils aus einer thematischen Infostele und einer kleinen Sitzbank bestehen. Im Außengelände führt das „Steinzeitmädchen Lotta“ die Kinder jeweils auf einem von den Texten für Erwachsene separierten Bereich der Infosäulen durch die Themen und stellt dabei Fragen und/oder fordert zu Aktivitäten vor Ort auf.
- Die Einrichtung eines Audio-Guide-Systems für das AÖZA-Gelände. Mit Hilfe des Audio-Guide-Systems sollen den großen und kleinen Besuchern u. a. an den nummerierten Infosäulen weiterführende, altersspezifische Informationen in Form von Einspielungen geboten werden. Die Möglichkeit für verschiedene thematische Rundwanderwege soll damit geben werden.
- Der Bau eines Zaunes, teilweise als „lebender (Busch-)Zaun“. Wesentlich für die Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit des ARCHAEUMs ist eine mindestens partielle Abgrenzung des AÖZA-Geländes nach außen. Mehrere Eingänge sind in Form von Drehkreuzen vorgesehen, die mit Hilfe eines Chip-Systems bedient werden. Geplant ist diese auch aus Versicherungsgründen wichtige Umzäunung im Bereich vom ARCHAEUM-Gebäude über das Steinzeitdorf bis zum nördlichen Waldbereich. Eine Einzäunung des gesamten AÖZA-Geländes ist nicht geplant. Die Nutzbarkeit als Naherholungsgebiet für die Einheimischen bleibt bestehen.
- Die Anlage eines „archäologischen“ Naturspielplatzes (z. B. mit einer „archäologischen“ Kletteranlage, einer „Wolfsfanggrube“, mit aus Steinen und einem ausgehöhlten Klangbaum bestehenden Klangstationen, mit einer „Tierweitsprunggrube“ mit Angabe der Sprungweite verschiedener Tiere und einem „Expeditionsauto“) ist am AÖZA-Parkplatz vorgesehen. Hier kann auch ein Ausgrabungsbereich für (kleinere) Kinder fest installiert werden, in welchem „archäologische“ Strukturen wie Feuerstellen und kleine Funde wie Keramikscherben mit Handschaufel und Sieb zu entdecken sind.
- Die Anlage eines Teiches für Einbaumfahren: Ein ca. 400 m² großer und ca. 1 m tiefer Teich soll als Teil eines „Botanischen Gartens einheimischer und ehemals einheimischer Wildpflanzen“ für das Fahren mit mindestens 3 Einbäumen angelegt werden. „Steinzeitliche Einbaumrennen“ werden dann möglich sein.
- Eine Erosionssimulation: Am nördlichen Gieselauhang soll eine als „Erosionssimulation“ bezeichnete Konstruktion angelegt werden. Hier werden die durch bodenkundliche Forschungen nachgewiesenen Abtragungsphänomene der Steinzeit und des Mittelalters anschaulich dargestellt, so dass sie von Kindern nachvollzogen werden können. Hier soll es auch die Möglichkeit eigener Aktivität für Groß und Klein in Form von Bewässerungsexperimenten mit einer Brunnenpumpe geben.
- Die Rekonstruktionen von Steinzeitgrabformen: Bei den geplanten Rekonstruktionen steinzeitlicher Grabformen soll es sich um Anlagen handeln, die im AÖZA-Gelände nicht im Original vorhanden sind, die aber aus der Trichterbecherzeit überliefert sind. Konkret handelt es sich um frühe Langbetten in Holzbauweise, um aus Dänemark bekannte „Stone-Packing-Graves“ und um „normale“ Erd- und Brandbestattungen.
- Ein begehbarer Grabhügel ist auf halbem Weg zum Steinzeitdorf geplant. Hier werden Einblicke in eine „bronzezeitliche Bestattung“ mit Baumsarg und entsprechenden Beigaben möglich sein. An zwei Stellen sollen bekleidete Figuren mit bronzezeitlicher Kleidung aufgestellt werden, die per Audioguide über ihr Leben in der Bronzezeit berichten.
Neben den bereits genannten Maßnahmen sind weitere Neuanlagen vorgesehen, dazu gehören u. a. die Errichtung eines kleinen „Kulthauses“ vom Typ Tustrup im Steinzeitdorf, das auch als Vorlage für die Info-Pavillons dient, sowie der Bau einer „steinzeitlichen“ Opferstelle (mit Bohlenweg, Holzplattform und Palisade) im Feuchtgebiet am Horstenmoor/Gieselautal als faszinierende Aktionsstationen.



Die Gesamtkosten für die Erweiterungsmaßnahmen liegen bei rund 730.000,- €.

Die Gemeinde Albersdorf erhält zur Realisierung eine 70%ige Förderung durch das Land Schleswig-Holstein aus dem „Zukunftsprogramm Wirtschaft“






sowie weitere Fördermittel vom Förderfonds Nord der Metropolregion Hamburg (15 %).






Die Gemeinde Albersdorf hat dabei die verbleibenden Investitionskosten in Höhe von 15 % (ca. 110.000,- €) zu tragen.







Die Umwelt-Lotterie BINGO hat dabei bereits eine Förderzusage in Höhe von € 80.000,- an den Förderverein AÖZA e. V. für den Bau der Infopavillons, die Anlage der Infosäulen sowie die Erosionssimulation gegeben.